Vasektomie – Sterilisation beim Mann, ich hab´s getan
Mit dem Ende unserer Familienplanung war für mich klar, dass ich die langfristige Verhütung übernehmen werden. Vasektomie heißt das Zauberwort, die Sterilisierung beim Mann. Keine Ahnung warum es von meinem Entschluss bis zur tatsächlichen Durchführung zwei Jahre gedauert hat.
Ich habe es gemacht und möchte in diesem Artikel meine Erfahrungen teilen.
Männliche Eitelkeit vs. blanke Angst
Die Entscheidung, dass ich es bin, an dem herum geschnibbelt wird, war schnell getroffen. Warum aber hat es mich zwei Jahre gekostet meinen Entschluss in die Tat umzusetzen?
War es die männliche Eitelkeit, dann nicht mehr produktiv zu sein oder doch die blanke Angst vor dem Eingriff (Du muss wissen, dass ich mit Weißkitteln nicht unbedingt auf Du und Du bin).
Du kannst Dir nicht vorstellen, wie lange allein das Vorhaben, ein Beratungsgespräch mit meinem Urologen zu machen, auf meiner To-Do Liste stand und dort von Tag zu Tag und von Woche zu Woche gewandert ist.
Im Nachhinein denke ich, es war eine Kombination aus beidem. Nein, ich mag keine Krankenhäuser und der Gedanke, dass mir jemand (oder mehrere Personen) meinen Sack aufschneidet hat auch nicht zu gesteigertem Wohlbehagen geführt.
Da war aber noch etwas.
Etwas unterschwelliges. Ich hatte wirklich kein Problem damit, mir die Produktivität nehmen zu lassen. Doch irgendetwas in mir hat sich scheinbar noch dagegen gewehrt. Anders kann mir sonst nicht erklären warum ich meinen Arzt beim Beratungsgespräch gefragt habe, ob es denn auch wieder rückgängig zu machen sei – sehr zur Verwunderung meiner Frau, die bei dem Termin auch mit dabei war.
Projekt: nicht nachdenken
Nachdem schließlich alles klar war und der Termin stand, lautete meine Devise nicht drüber nachdenken. Was auch beinhaltete, dass ich darüber nicht geredet habe. Wann immer mich jemand auf mein Vorhaben ansprach, habe ich es mit wenigen Worten abgetan und das Thema gewechselt.
Ich habe mir vor Augen geführt, dass es keine große Sache ist, auch wenn es an einer sehr, sagen wir, bedeutsamen Stelle meines Körpers passieren wird.
Helden sucht man woanders
Das gute daran, seine Schwächen zu kennen, ist dass man sich entsprechend verhalten und vorsorgen kann. Eine Sterilisation beim Mann ist wirklich ein Mini-Eingriff mit zwei Schnitten. Dennoch habe ich mich für eine Vollnarkose entschieden.
Das war für mich in dem Moment klar als mein Arzt sagte “… also ausser ein bisschen Zug, Kälte, Druck und Hitze werden Sie nichts spüren. Es kann etwas komisch riechen und brutzeln, wenn ich die Samenleiter veröde, sie spüren davon aber nichts… “.
Das wäre zu viel für mich also lieber die volle Dröhnung.
Im Nachhinein, die perfekte Entscheidung für mich. Denn die ganze Operationssituation war damit auf ein erträgliches Maß geschrumpft.
Ich kam im Krankenhaus an, zog mich um, wurde in den OP-Vorraum geschoben und gute Nacht.
Als ich, nicht mal eine Stunde später, wieder wach wurde war alles gelaufen.
Vorher- Nachher
Das Schöne an der freiwilligen OP ist, dass Du für 3 Tage krank geschrieben wirst – Sonderurlaub…
Das weniger Schöne ist, dass Du diese Tage auch brauchst. Ich zumindest.
Am Tag der OP konnte ich nicht viel. Nicht wegen der Wunde.
Die Vollnarkose hatte meinen Kreislauf so dermaßen ausser Kraft gesetzt, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte.
Schmerzen hatte ich keine, dafür hatte der amtliche Drogenbeauftragte noch gesorgt und mir alles erdenkliche gespritzt und vorsorglich in Tablettenform mitgegeben.
Was dann folgte waren einige Tage an dem die Fäden hier und da etwas zwickten und es einige Blutergüsse und Schwellungen gab.
Ich finde, das Gefühl in den 3-4 Tagen nach dem Eingriff lässt sich ganz gut beschreiben. Stell Dir vor, Du bekommst einen Lederfußball mit ordentlich Kawumms ins Gemächt geschossen und der Schmerz lässt gerade nach. Wenn Du Dir jetzt unbewusst in den Schritt fasst, weißt Du ungefähr was ich meine. Es ist dieses komische, überempfindliche Gefühl, dass nur Männer nachfühlen können (sorry, Mädels).
Kosten
Kommen wir zu den Kosten des Spaßes. Mein Doc hat mir die freundliche Zahlungsaufforderung über 300 € geschickt. Damit ist seine Arbeitsleistung und einige Untensilien abgegolten.
Meine Sonder-Drogenration (also die Vollnarkose) durfte ich direkt bar bezahlen. 100 € haben die 50 Minuten Tiefschlaf gekostet.
Auf den ersten Blick, nicht wenig Geld, dass sich aber in den kommenden Wochen und Monaten schnell rentieren wird, wie ich in meinem ersten Artikel zur Sterilisation beim Mann schon vorgerechnet habe.
Abtrainieren bis zum Ziel
Trotz durchtrennter Samenleiter, bin ich noch nicht ungefährlich. Es befinden sich immer noch kleine Flitzer auf dem Weg (keine Ahnung wie lang diese ganzen Wege bis zum Ausgang so sind).
Mein Arzt hat mir empfohlen, ich solle ca. 2 Monate nach dem Eingriff wieder kommen um eine Spermaprobe abzugeben, damit überprüft werden kann, ob ich noch aktive Samen von mir gebe oder ob er grünes Licht für ungeschützten Verkehr geben kann.
Bis dahin, sollte ich aber schon auf so 30 Entladungen kommen – Herausforderung angenommen.
Mein Fazit
Die Vasektomie ist wirklich ein kleiner Eingriff, der sich durchaus auch mit lokaler Betäubung ertragen läßt.
Es ist nicht schmerzhaft, schnell gemacht und recht preiswert.
Wenn Ihr mit Eurer Familienplanung abgeschlossen habt und über eine dauerhafte Verhütungsform ohne Hormone nachdenkt, kann ich Dir die Sterilisation beim Mann nur empfehlen.
Wie stehst Du zu dem Thema? Machst Du es mir nach, wenn Ihr mit der Familienplanung fertig seid? Wenn nein, warum nicht?
Wenn Du das hier liest, hast Du meinen kleinen Erfahrungsbericht komplett gelesen. Das bedeutet mir sehr viel. Mein Newsletter, hält Dich über neue Artikel auf dem Laufenden und es gibt viele weitere Artikel, Tipps und Infos von mir. Schau Dir mal meine Newsletter-Infoseite unverbindlich an und trage Dich ein, wenn es Dein Interesse weckt.

