Darum sind deutsche Kindergärten nur mittelmäßig

Von: Andreas

Würdest Du es akzeptieren, wenn die Lehrer Deines Kindes das was sie tun nicht studiert hätten?

Wohl nicht.

Ab wann ist es denn wichtig, wie gut die Pädagogen Deines Kindes ausgebildet sind? Ab 7, ab 10? Warum denn nicht schon ab 3?

Tatsächlich ist es so, dass kaum eine Kindergärtnerin oder KiTa-Pädagogin ein Studium für Früherziehung abgeschlossen hat.

Genau das ist einer der Gründe, warum der »Aktionsrat Bildung« Deutschlands Kindergärten pädagogisch nur mittelmäßig bewertet werden. Sie fordern Kindergärtnerinnen mehr zu »professionalieren« und regelmäßig weiterzubilden.

Löbliche Forderungen doch wer soll das bezahlen, wenn in unserem Kindergarten das Klettergerüst aus Sicherheitsgründen abgerissen aber aus Geldmangel nicht ersetzt wird…

[eltern.t-online.de]

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  • Wolf

    Hallo Andreas,
    ein interessanter Ansatz.

    Woher kommt Deine Vorstellung, dass deutsche Kindergärten “mittelmäßig” sein? Wie kannst Du das unterlegen?

    Was das Studium angeht: Worauf kommt es bei einer Kindergärtnerin/Kindergärtner vor allem an? Auf “Fachwissen” oder eher auf eine liebevolle und fürsorgliche Betreuung? Und lässt sich so etwas tatsächlich “studieren”?

    Abgesehen davon haben Kindergärtnerinnen/Kindergärtner eine umfangreiche Erzieherausbildung absolviert; und die ist durchaus anspruchsvoll.

    Also: Qualität in der Kindererziehung ist sehr wichtig! Woran Sie sich festmacht und ob Deutschland da so schlecht abschneidet, darüber liesse sich diskutieren.

    Gruß, Wolf

    • http://www.papa-online.com Andreas

      Hallo Wolf
      vielen Dank für Deinen Kommentar. In der Tat ist es nicht »meine Vorstellung«, dass deutsche Kindergärten pädagogisch mittelmäßig sind, sondern das Ergebnis einer Untersuchung des »Aktionsrat Bildung«.

      Ich gebe Dir Recht, dass es keine entweder/oder Situation geben kann. Also sollte es nicht sein, dass man zwischen liebevoller und fürsorglicher oder fachlich kompetenter Betreuung wählen muß.

      Eine fundierte und umfassende Ausbildung muss die Kindergärtner-(innen) in spe in die Lage versetzen beides optimal zu kombinieren um die Kinder ideal zu fördern. Der Aktionsrat Bildung trifft mit seiner Forderung den Nagel auf den Kopf. Kindergärtner-(in) ist ein Beruf, der unterdurchschnittlich bezahlt ist und deshalb wenige junge Leute motiviert sich langwierig, z. B. per Studium, darauf vorzubereiten.

      Nur wenn das geändert wird, was wieder mehr Investition in die Bildung bedeutet, kann das Problem an der Wurzel angepackt und behoben wird.

      Alle Eltern werden sicher zustimmen, dass Kinder in frühen Jahren unglaublich viel und schnell lernen und die richtige Förderung in diesem frühen Stadium vieles in der späteren Schullaufbahn vereinfachen kann. Nur müssten das unsere Politiker auch so sehen anstatt ständig die Wirkung an Stelle der Ursache zu bekämpfen.

  • http://www.nerdfamilie.de Nerdfamilie

    Die meisten schätzen sich froh, wenn sie einen Kitaplatz bekommen. In Berlin werden die Eltern und Kinder zum Vorstellungsgespräch geladen nicht umgekehrt…das ist eines der Gründe wieso immermehr Eltern sich in Elterninitiativen organisieren und eigene Kitas gründen.

    • Maik Be

      Das ist ja schon unglaublich. Sollen Kindergärtner/innen jetzt ein Studium abschließen? Noch mehr Leistungsdruck? Also ehrlich gesagt.. ich möchte keine “studierte” Erzieherin und ich stimme sicher nicht zu, dass mein Kind unheimlich früh gefördert werden muss, damit es ein Elitekind wird. Pfui !!!

      • http://www.papa-online.com Andreas

        Man kann sicher anderer Meinung sein, doch ein “Pfui” zu einer Meinung – ganz gleich ob es meine oder die eines anderen Lesers – halte ich für schlechten Stil und wird normalerweise gelöscht. Nur weil wir hier im Internet sind, heißt das nicht seine Kinderstube zu vergessen. Das dazu.

        Zu Deinem Kommentar – was spricht aus Deiner Sicht der Dinge gegen “studierte” Erzieherinnen und wie stehst Du zu unstudierten Lehrern, nur für den Fall das es so etwas geben würde?
        Ich möchte nochmals meinen Standpunkt klar stellen, falls da etwas mißverstanden wurde. Ich bin sehr zufrieden mit den Erzieherinnen, die wir für unsere Kinder haben, doch was spräche dagegen noch besser ausgebildetes Personal in Kinderbildungsstätten einzusetzen? Ich sehe welche enormen Schritte unser Sohn dank der Paralellförderung, die er aus Gründen bekommt – die hier nicht hergehören, macht. Wenn diese Form von Förderung allen Kindern zugänglich wäre, würde vielen von ihnen später der Schulstoff deutlich leichter fallen. Das bedeutet nicht, dass es Elitekinder werden, sondern nur das ihnen das Lernen und die Schule vermutlich mehr Spaß machen würden.

        Das Kinder Spaß haben, egal was sie tun, sollte unser oberstes Ziel als Eltern sein, oder?

  • http://henrikbaker.wordpress.com Henrik

    Hallo in die Runde,

    jaja, die Bildung – ein schwieriges Thema. Und dabei fängt es nicht erst in der Grundschule an sondern wie hier im Artikel erwähnt auch schon im Kindergarten.
    Ich persönlich, wüsste im Moment auch nicht wirklich ob wir studierte KindergärtnerInnen brauchen? Aber vielleicht kann ich das in ein bis zwei Jahren besser beurteilen, wenn es bei uns ein aktuelles Thema ist.

    Ich hole jetzt etwas weiter aus, bzw. schaue schon weiter in die Zukunft: Wieso schafft die EU nun die “Blue Card” an? Damit wir qualifizierte Arbeiter nach Deutschland bzw. in die EU holen können. Ja hallo?! In Spanien sind 50% der bis 25-jährigen arbeitslos.Warum schafft man zum Beispiel nicht für die Arbeitsplätze bzw. eine entsprechende Bildung?!
    In den nächsten Tagen ist hier bei uns in NRW die Frage, welche Partei wird sich weiterhin gegen eine Studiengebühr einsetzen?! Sicherlich kostet entsprechenden qualifizierte Bildung Geld, aber muss man denn schon jetzt etwaige potenzielle Studenten mit der Studiengebühr abschrecken?
    Also wenn wir hier in Deutschland qulifizierte (Fach)Kräfte haben wollen, sollen die schließlich ordentlich dafür bezahlen. Naja und wenn sich die Stundenten das nicht leisten wollen bzw. können – naja, denn holen wir halt qualifizierte Leute aus dem Ausland, z.B. Asien. Und bitte jetzt nicht denken, dass ich ausländerfeindlich wäre! – Wie man sieht, es ist letzendlich ein globales Problem, aber auch wieder ein nationales Problem; und sicherlich nicht einfach zu lösen.

    Ich, jedenfalls freue mich schon, wenn unsere Maus in den Kindergarten kommt. Sicherlich erwarte ich ein pädagogisch (ausge)reif(t)es Angebot, aber ich denke wir Eltern dürfen auch nicht vergessen, dass auch wir selbst unsere Kinder erziehen müssen. Und ich denke, dass vergessen einige leider öfters…

  • http://Www.vollzeitvater.de Vollzeitvater

    Die Ausbildung zu Kindertagespflegeperson ist ein Witz, mal sehen, was die Ausbildung zum Erzieher bringt, in einem Jahr weiss ich mehr.

    • http://www.papa-online.com Andreas

      Danke, dass Du Dich als »Insider« zu dem Thema zu Wort meldest.

  • http://www.wir-mit-kind.de Andrea

    Wenn ich mich an meine Lehrer zurück erinnere, fallen mir einige ein, die keine guten Lehrer waren. Sie hatten alle studiert, waren aber teilweise nicht in der Lage ihr Fachwissen verständlich zu vermitteln.
    Sicherlich mag es die Qualität eines Kindergartens verbessern, wenn die Kinder dort von studierten Menschen betreut werden, aber nicht zwangsweise in jedem Fall. Ich glaube, dass gerade bei der Erziehung und Betreuung von Kleinkindern persönliche Beziehung und Vertrauen wesentlich wichtiger sind, als ein abgeschlossenes Studium.
    Im übrigen würde ich auch mehr Wert auf das Erziehungskonzept, die Ausstattung der Einrichtung und den Betreuungsschlüssel legen.