Kinderfotos – Papa´s größter Schatz. So schützt Du Deine Bilder.
Von: Andreas
Lesezeit: ca. 12 Minuten
Stell Dir vor, Deine Festplatte ist kaputt und Dir wird klar, dass Du alle digitalen Fotos Deiner Kinder verloren hast. All die Meilensteine, angefangen von der Geburt über den ersten Zahn, die ersten Schritte, der erste Kindergeburtstag – alles weg. Du kannst Dir die Entwicklung Deiner Kleinen nicht mehr anhand von Bildern ins Gedächtnis rufen und dabei staunen wie schnell die Zeit doch verging und wie schnell sie groß wurden.
Später, wenn Deine Kinder sehen wollen, wie sie als Baby aussahen, wirst Du außer einem Schulterzucken und einem schlechten Gewissen nichts weiter vorbringen können.
Ein Horrorszenario für jeden Vater. Kinderfotos sind nicht nur etwas, an dem wir uns erfreuen sollen. Mit den Fotos unserer Kinder, die ihre Entwicklung dokumentieren, schaffen wir etwas für dessen Bewahrung wir verantwortlich sind. Was gibt es schöneres als sich anhand von Kinderbildern die eigene Entwicklung später einmal ansehen zu können.
Unsere Eltern haben das mit liebevoll zusammengestellten Fotoalben dokumentiert. In der heutigen, digitalen Welt geht es weitaus unromantischer zu. Zwar wächst die Flut an Bildern, dank Digitalkameras unablässig, doch so viel Mühe wie früher geben sich die wenigsten. Einige Bilder sind auf dem Handy, einige auf dem Computer. Es fängt damit an, dass die wenigsten all ihre Bilder an einem und dem selben Ort archivieren. Alleine so gehen hunderte von schönen Fotos verloren.
Kommt dann noch ein technischer Defekt, beispielsweise ein Festplattencrash oder ein Kurzschluss im Handy, hinzu ist das Unglück perfekt.
Hätte ich doch nur meine Bilder gesichert.
Doch, wie kannst Du heute Deine Bilder so sichern, dass dieser Schatz wirklich sicher ist? In diesem Beitrag möchte ich Dir einige Möglichkeiten aufzeigen und ein wenig die Vor- und Nachteile behandeln.
Fotos online speichern
Eine sehr gute und sichere Lösung, wie Du Deine Bilder sichern kannst, ist es sie bei einem Dienstleister online zu speichern. Diese Möglichkeit erfreut sich steigender Beliebtheit. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Wenn Deine Bilder auf einem Server eines Dienstleisters, also in der Cloud, gespeichert sind, kann ein Festplattendefekt Deines heimischen Rechners ihnen nichts mehr anhaben. Viele große Anbieter im Internet verfügen über sehr große Rechenzentren, deren Server auf der Welt verteilt sind. Gegen Einflüsse von aussen sind sie perfekt geschützt. Die Räume, in denen die Server stehen sind gekühlt und fällt dennoch mal eine Festplatte aus, sind die Daten auf verschiedenen anderen Platten gespiegelt um ein hohes Maß an Datensicherheit zu gewähren.
Neben dem Sicherheitsaspekt, gibt es einen weiteren, wichtigen Vorteil Bilder online zu speichern. Du kannst einzelne Bilder oder ganze Alben durch wenige Klicks mit Leuten teilen, die weit weg leben, beispielsweise mit der lieben Tante aus Amerika.
Bei Deiner Wahl des Anbieters solltest Du darauf achten, dass es sich um ein möglichst großes Unternehmen handelt. Je größer das Unternehmen, desto besser ist die IT-Infrastruktur ausgebaut und desto sicherer sind Deine Fotos auch für die Zukunft. Ich habe Dir einmal einen Auszug der Anbieter, die in Frage kommen könnten, zusammengestellt:
Flickr
Flickr, die zu einem der größten Internetkonzerne (Yahoo) gehören, ist sicher einer der führenden Anbieter im Bereich Online-Fotos.
Wie viele Firmen im Internet, bietet auch Flickr ein Freemium Konzept an. Das bedeutet, dass der Service kostenlos ist und Du ab einer gewissen Nutzungsintensität entscheiden kannst, den kostenpflichtigen Service zu nutzen.
Du kannst bei Flickr beliebig viele Bilder hochladen, ohne dafür zu bezahlen. Wenn Du aber mehr als die letzten 200 Bilder betrachten möchtest, benötigst Du ein sogenanntes “Pro“-Konto für das Du 24,95 $ im Jahr zahlen musst (umgerechnet also ca. 18,50 €/Jahr).
Die Frage der Datensicherheit kommt bei allem, was Du online stellst, auf. Bei Flickr kannst Du festlegen wer diese Bilder sehen darf. Du kannst beispielsweise bestimmen, dass nur Du die Bilder sehen darfst und sie für jeden anderen unsichtbar sind. Weitere Optionen sind, dass Freunde und/oder Familienmitglieder (die jeweils ebenfalls über einen Flickr-Account verfügen müssen) Zugriff haben oder dass jeder die Bilder sehen darf. Wenn Deine Freunde oder Familienmitglieder nicht bei Flickr angemeldet sind, kannst Du einzelne Alben mit einem sogenannten Gästepass freigeben und die Leute per e-Mail einladen, Dein geschütztes Album anzusehen.
Picasa
Die Lösung des Internetgiganten Google nennt sich Picasa. Ähnlich wie bei Flickr ist auch bei Picasa die Nutzung, bis zu einem gewissen Grad, kostenfrei.
Bei Picasa kannst Du 1 GB Speicherplatz (ca. 1.000 Fotos) kostenfrei nutzen. Solltest Du mit diesem Speicherplatz nicht auskommen, bietet Picasa Dir verschiedene Optionen:
- 20 GB für 5$/Jahr
- 80 GB für 20 $/Jahr
- 200 GB für 50$/Jahr
- 400 GB für 100 $/Jahr
- 1TB für 256 $/Jahr
Auch bei Google kannst Du entscheiden, wer die Fotos betrachten darf. Du kannst Deine Alben per e-Mail an Freunde und Verwandte schicken. Wenn Deine Famiienmitglieder oder Freunde bereits über ein Google Konto verfügen (das tun sie in der Regel wenn sie einen der anderen Google Dienstleistung wie GMail, YouTube oder Google Reader nutzen), kannst Du sie einladen Deine neuen Fotos zu betrachten.
Google steht seit langem in der Kritik ein Datenfresser zu sein, von dem niemand so genau weiß, was mit den Daten letztendlich passiert. Besonders der Fotoservice Picasa steht in Foren in der Kritik die biometrischen Daten von Bildern, die bei Picasa hochgeladen werden, mit anderen Nutzerdaten zu verknüpfen. Ich weiß nicht in wie weit das korrekt ist und Du solltest für Dich entscheiden, welchen Service Du nutzt und welche Bilder Du online stellst.
Die Nummer drei in unserer Liste ist das größte Social Network der Welt. Auch bei Facebook kannst Du Deine Fotos sichern und das, ganz im Gegensatz zu Flickr und Picasa, völlig kostenfrei. Die Nutzung von Facebook ist und bleibt kostenfrei. Die einzige Reglementierung von Facebook, was die Nutzung der Fotos betrifft ist, dass ein Album maximal 200 Bilder enthalten darf. Du kannst aber so viele Alben erstellen und füllen wie Du möchtest.
Auch bei Facebook entscheidest Du darüber, wer die Bilder betrachten darf. Hierbei solltest Du Dich etwas mit den Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook auskennen. 
Du kannst beispielsweise wählen, dass nur Deine Freunde, also Leute mit denen Du auf Facebook verknüpft bist, Deine Bilder sehen können. Bei der Option Freunde von Freunden, können alle Leute die Bilder sehen, die mit Deinen Freunden verknüpft sind. Je nachdem wie groß der Bekanntenkreis Deiner Freunde auf Facebook ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einige Leute Deine Bilder sehen, die Du nicht kennst. Und zu guterletzt kannst Du auch angeben, dass jeder Deine Bilder sehen kann.
Für den Fall, dass Du die Bilder jemandem zeigen möchtest, der nicht bei Facebook angemeldet ist, kannst Du einen öffentlichen Link per e-Mail versenden, der zu den Bildern Deines Albums führt.
Posterous
Wenn Du Deine Bilder zwar online sichern und anderen zur Verfügung stellen möchtest, Du aber Bedenken hast Services von Google, Facebook und Co. zu nutzen, bietet sich noch eine andere, interessante Alternative. Die Bloggingplattform Posterous lässt sich sehr gut dazu nutzen, ein privates Fotoalbum zu erstellen.
Lies hier nach, wie Du mit Posterous ein privates Fotoalbum erstellst. Das charmante an der Posterous-Lösung ist, dass Du Deine Bilder wirklich abschotten und nur Du anderen Nutzern Zugriff gewähren kannst. Ebenso steht keiner der großen Internetkonzerne, die auch gerne als “Datenkrake” bezeichnet werden, hinter dem Dienst.
Die Nutzung von Posterous ist kostenfrei. Jede registrierte Domain hat ein Datenvolumen von 1 GB (ca. 1.000 Fotos) zur Verfügung. Bei Posterous arbetet man aktuell an einem Freemium-Modell, wie Flickr und Google Picasa es anbieten. Details sind aktuell jedoch noch nicht bekannt.
Fotos “offline” sichern
Wer der Cloud, oder den Firmen wie Google, Yahoo und Facebook seine privaten Fotos nicht anvertrauen möchte, der ist auf eine Hausmannslösung angewiesen. Die Kernfrage, die Du Dir stellen musst, lautet: wie kann ich meine Daten kopieren, damit ich sie 2 x habe und dennoch den Überblick behalte?
Festplatte
Die einfachste und, aus meiner Sicht, praktikabelste Lösung ist es, eine externe Festplatte an den eigenen Computer anzuschließen und dorthin Kopien aller Deiner Fotos zu speichern. Sollte die Festplatte Deines Computers einmal versagen, sind Deine Fotos auf der externen Festplatte auf jeden Fall noch gesichert.
Festplatten bekommst Du in einem breiten Preisbereich von 40 – 250 €. Die Preise varieren abhängig von Kapazität, ob es netzwerkfähige Festplatten, sind, etc. Am sichersten sind Geräte, die zwei Platten in einem Gehäuse haben und in einem sogenannten Raid-Verbund laufen. Das bedeutet im Prinzip, dass auf beiden Festplatten die gleichen Inhalte gespeichert sind und somit auch Deine externe Festplatte gegen technische Fehler besser abgesichert ist.
Wie groß die Festplatte sein muss, hängt von Deinen existierenden Datenmengen ab. Speicherplatz wird heute inflationär gehandelt, weil er fast unbegrenzt und preiswert verfügbar ist. Dabei fallen die Kunden auf starke Werbeslogans auf Plakaten mit großen Buchstaben herein. Wenn Du bisher mit Deiner 160 GB Festplatte im PC ausgekommen bist, macht es keinen Sinn sich eine 1TB Festplatte anzuschaffen. Du zahlst mehr, hast unter Umständen längere Ladezeiten und eine kürzere Lebensdauer, weil die Festplatte fast leer bleibt. Eine gute Faustformel ist es, den aktuell vorhandenen Speicherplatz x 2 zu kalkulieren. Wenn Du eine 160 GB Festplatte in Deinem PC hast und diese zwar schon gut gefüllt aber noch nicht voll ist, reicht es zur Datensicherung aus sich eine 320 GB Festplatte anzuschaffen.
Nichts hält ewig, auch Deine externe Festplatte nicht. Darüber musst Du Dir klar sein. Festplatten haben eine begrenzte Lebensdauer. Diese ist abhängig von der Nutzungdauer. Wenn Du Deinen Computer nur abends und an en Wochenenden benutzt, hast Du nach 2 Jahren eine 3,5%ige Chance, dass Deine Festplatte kaputt geht. Nach 5 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit bereist auf 10%. Bei Computern, die täglich im Einsatz sind, liegen diese Werte natürlich noch weitaus höher. Die Hersteller geben nur theoretische Richtwerte von, beispielsweise 500.000 Stunden, an. Ich habe bei meinem privaten Rechner jedoch schon zwei Festplatten zu Grabe getragen und bezweifele daher die Verlässlichkeit solcher Werte.
Wenn Du eine externe Festplatte nutzt, ist es ratsam sie nach dem Speichern wieder auszuschalten. So verlängerst Du die Haltbarkeit. Dennoch bieten externe Festplatten zu Hause keinen 100% Schutz. Im Falle eines Überspannungsschadens (wenn die Festplatte an Computer oder externe Stromversorgung angeschlossen war), Brand oder Überschwemmung, kann Deine Festplatte beschädigt werden und die Daten sind futsch.
DVDs brennen
Eine sehr beliebte Variante Fotos und andere Daten zu sichern, ist das Brennen einer CD oder DVD. Leider ist diese Form der Datensicherung die, die ich am wenigsten empfehlen möchte. Zunächst einmal sind DVDs vergleichbar klein und Du bekommst nicht viele Daten drauf. Neben der Kapazität sind auch die Abmessungen klein, wodurch eine DVD schneller verloren gehen kann.
DVDs haben eine deutlich geringere Lebensdauer als beispielsweise Festplatten. Viele Hersteller geben zwar 10 Jahre Garantie, doch diese beschränkt sich meist auf “haptische Bauteile” und nicht auf die Datensicherheit. Im ungünstigsten Fall können DVD±R und DVD±RW Medien bereits nach wenigen Monaten Datendefekte aufweisen.
Entwickeln lassen
Der gute alte Abzug ist bei heimischen Lösungen immer noch sehr beliebt. Und nicht zu unrecht. Die Lebensdauer entwickelter Fotos ist, im Vergleich zu Festplatte & Co., sehr hoch. Farbfotos bekommen im Schnitt erst nach 30 Jahren einen Rotstich. Schwarzweißfotos halten sogar noch länger und sehen auch nach 100 Jahren gut aus. Beides hängt selbstverständlich von der Lagerung ab. Sind die Fotos viel Sonnenlicht oder Feuchtigkeit ausgesetzt, ist die Haltbarkeit geringer.
Die Haltbarkeit ist der größte Vorteil von entwickelten Fotos. Einer der größten Nachteile ist die deutlich schwierigere Verwaltung. Es bedarf schon eines ausgeklügelten Archivierungssystems um Fotos so abzulegen, dass Du sie wiederfindest ohne dabei 10 Schuhkartons durchwühlen zu müssen. Freunden spontan die Fotos des ersten Sommerurlaubes mit Kind von vor 3 Jahren zu zeigen wird schwierig.
Neben der Archivierung ist der zweite große Nachteil, dass Du nicht alle Deine Fotos entwickeln lässt. Der verwackelte Handyschnappschuss, wie Dein Kind gerade zum ersten Mal alleine läuft, wird es wohl nicht aufs Fotopapier schaffen. Mit 0,40 € sind Entwicklungen heute nicht mehr teuer aber die digitale Fotografie hat den Bilderhaufen deutlich anschwellen lassen. Ich habe in meinem Archiv über 10.000 Fotos. Eine Entwicklung wäre demnach eine Investition von mehr als 4.000 €. Unwahrscheinlich, dass ich alle Fotos entwickeln lasse.
In Zeiten des Internet wird ein weiterer großer Nachteil von entwickelten Fotos deutlich – die Teilbarkeit. Wenn Du die schönen Bilder von Weihnachten der Tante in Amerika zeigen möchtest, siehst Du Dich bei entwickelten Fotos einer enormen Arbeitsherausforderung gegenüber. Bei Online Fotos ist das eine Sache weniger Klicks.
Fazit – meine Lösung
Wie in so vielen Bereichen des Lebens gibt es auch bei der Fotosicherung keine Allheillösung. Alle Lösungen haben Vor- und Nachteile. Und: alle Lösungen kosten Geld.
Wenn Du nun überlegst welche Lösung für Dich am besten ist, solltest Du abwägen:
- wie viele Bilder Du hast
- wie sicher sie sein sollen
- was Du bereit bist zu investieren
- wie stark Dein Vertrauen in Online-Medien ist
Aus meiner Sicht ist es am sichersten, komfortabelsten und am günstigsten Bilder online abzuspeichern. Ich habe mich mit diesem Thema wirklich lange auseinander gesetzt und viel hin und her überlegt, wie ich meine Fotosammlung am besten in den Griff bekomme. Ich habe alles durch, DVDs brennen, entwickeln, externe Festplatten, etc. Alles führte dazu, dass ich jetzt einen riesigen Berg Bildmaterial auf dem Rechner habe, die Backups aber in Schuhkartons, auf verschiedenen DVDs und Festplatten verteilt sind. Würde meine Festplatte morgen den Geist aufgeben, hätte ich sicher einige schöne Bilder verloren.
Ich arbeite derzeit daran, alle meine Fotos online zu archivieren, was bei 10.000+ Bildern wirklich aufwendig und mühselig ist. Ich habe mich persönlich für die Dienste von Flickr entschieden. Ich begleite die Seite schon seit langem und hatte dort bis vor einem Jahr einen kostenfreien Account. Flickr ist es, unter anderem, deshalb geworden, weil ich hierüber noch nie etwas negatives gehört habe. Auch kostenseitig finde ich Flickr empfehlenswert. Wenn ich rechne, ich müsste über 4.000 € für die Entwicklung meiner Bilder investieren, kann ich davon 216 Jahre lang einen Pro-Account bei Flickr unterhalten.
Welche Lösung hast Du für die Sicherung Deiner Bilder? Ich bin immer auf der Suche nach alternativen Lösungen zu speziell diesem Problem und würde mich freuen, wenn Du uns einen Kommentar hinterlässt.


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