So schützt Du Dein Kind im Internet
Von: Andreas
Lesezeit: ca. 6 Minuten
Was macht Dein Kind eigentlich gerade vor dem Computer? Welche Seiten “surft” es an? Mit wem chattet es?
Egal was Du jetzt sagst die Wahrscheinlichkeit, dass Du total daneben liegst, ist erschreckend hoch.
40% der Eltern, so eine Studie, hält sich für bestens über das Surf-Verhalten der Kinder im Internet informiert. Leider beruht diese eigene Sicherheit auf mangelnden Kenntnissen des Surfverhaltens der Kinder oder fehlenden Kenntnissen über Technologien, mit denen sich das Surfen der Kinder tatsächlich kontrollieren und steuern lässt.
Meine Kinder sind noch nicht in dem Alter, dass Sie selbst im Internet surfen, obwohl mein Sohn schon erstaunlich sicher mit dem iPhone umgehen kann. Dennoch fand ich dieses Thema interessant genug mich darüber zu informieren und einen Artikel für Euch zu schreiben. Ich hoffe, der eine oder andere Papa mit älteren Kindern findet hier interessante Infos.
Wenn Du Dich mit dem Thema auseinander gesetzt hast, wirst Du wahrscheinlich den gleichen Eindruck haben wie ich. Es gibt viele Lösungen wie ich meine Kinder von Websites, die ich nicht gut finde oder die sie nicht sehen sollen, fernzuhalten. Doch hier fängt es auch schon an zu haken. Kennst Du alle Seiten, die Deine Kinder nicht ansteuern sollten? Anders herum, welche Seiten willst Du Ihnen freigeben und in wie weit stört Dich die Blockade, wenn Du den PC mal selber nutzen möchtest? Es gibt über 200 Millionen Websites im Netz und diese Anzahl macht es schlicht unmöglich Kinder durch Restriktion im Internet umfassend zu schützen.
Peter Sanner hat sich ähnliche Gedanken gemacht, als seine Tochter in dem Alter war und das Worldwide Web erkunden wollte. Als er keine zufriedenstellende Lösung finden konnte, hat er sich selbst daran gemacht das Thema anzugehen. Entstanden ist daraus kinkon.de – wie ich finde ein beeindruckendes Projekt, dass ich Euch gerne etwas näher vorstellen möchte.
Was ist Kinkon.de
Kinkon ist eine webbasierte Kindersicherung mit Elterncommunity. Alles klar?
Im Grunde ist das Konzept von Kinkon sehr einfach und gerade deshalb gefällt es mir gut. Anstatt eine Software auf dem Rechner zu installieren, die regelmäßig aktualisiert und gepflegt werden muss, setzt Kinkon auf das Internet. Eltern und Kinder stehen über die Schnittstelle im Internet im Dialog. Genau wie die Kinder zu den Eltern gehen um Erlaubnis für dieses und jenes zu bitten, so können die Kinder über Kinkon.de die Eltern um Erlaubnis bitten die eine oder andere Website anzusteuern.
Darüber hinaus können sich die Eltern in der Kinkon-Community über das Thema Kindersicherheit im Internet und kindgerechte Websites austauschen und bekommen viele interessante Surftipps für die Kinder. Auch Kinkon.de selbst durchforstet das Web nach Seiten, die für Kinder geeignet sind und veröffentlicht diese, unterteilt nach Alterseignung, auf der Seite. Papa-Online.com ist übrigens auch schon gelistet.
Wenn Du noch mehr über die Entstehung von Kinkon erfahren möchtest, findest Du hier den N-TV Bericht über Kinkon.de.
Wie funktioniert Kinkon.de
Um Kinkon.de nutzen zu können, musst Du zunächst einmal einen Familien Account anlegen. Das geht einfach und schnell auf der kinkon.de Seite.

Du kannst hier Deine Familie “verwalten”, Deine Kinder anlegen und verschiedenste Einstellungen vornehmen. Du kannst entscheiden, ob Du den Kinkon Seitenempfehlungen folgen willst und altersgerechte Inhalte automatisch freigeben möchtest ohne sie selbst vorher gesichtet zu haben. Du kannst einstellen, ob Deine Kinder Kontakte auf Kinkon.de hinzufügen dürfen, ob es den speziellen Kindernewsletter erhalten darf, etc.
Das Herzstück von Kinkon.de ist natürlich die Seite selbst. Wenn Du Kinkon.de besuchst, siehst Du zuallererst die Kinkon-Leiste

Als nächstes lädst Du den Kinkon-Client auf Deinen Rechner herunter und installierst ihn. Der Client wird später die Schnittstelle sein über die Du Deinen Kindern Websites freigeben und sperren kannst. Damit ist die meiste Arbeit schon getan. Jetzt kannst Du die Seiten, als sogenannte Lesezeichen, für Deine Kinder freigeben und sie können lossurfen.
Was kostet kinkon.de
Für die Nutzung von Kinkon.de hast Du zwei Möglichkeiten.
Einmal gibt es eine kostenlose (in Fachkreisen auch “Freemium” Variante) die, wie gesagt, nichts kostet und Dir dennoch viele Funktionen bietet.
So kannst Du, ebenso wie bei der Premium Mitgliedschaft, den Kinkon Client herunterladen und installieren. Du kannst 2 Erwachsene und beliebig viele Kinder zu Deiner Familie hinzufügen und es wird, dort wo die Kinder surfen, keine Werbung eingeblendet.
Hingegen kannst Du mit der kostenlosen Mitgliedschaft nur 10 Lesezeichen (also Websites) pro Kind freigeben. Du kannst Kontaktanfragen von anderen Kinkonern nur erhalten aber selbst keine Kontaktanfragen versenden, Du kannst Nachrichten nur innerhalb Deiner Familie versenden, nicht an andere Kinkoner und Du hast nur Zugriff auf ausgewählte Gruppen und deren Foren, nicht – wie bei der Premium Mitgliedschaft – auf alle Foren. Bei der Erstanmeldung zu Kinkon ist Dein Account für 30 Tage automatisch ein Premium-Account und ermöglicht Dir die volle Funktionalität von Kinkon.de ausgiebig zu testen.
Die Premiummitglieschaft für ein Jahr kostet 59,88 € dazu gibt es den 13. Monat geschenkt. Das sind 4,61 €/Monat oder 15 Cent pro Tag. Es gibt auch eine Halbjahresvariante, diese kostet dann 29,94 € für 6 Monate – also 4,99 €/Monat oder 16 Cent am Tag.
Tolle Idee in der Startphase
Das Konzept von Kinkon.de gefällt mir sehr gut. Speziell der Ansatz webbasiert, also von überall, auf die Surfanfragen meiner Kinder reagieren und so ihr Surfverhalten überwachen zu können ohne Verbote auszusprechen oder sie beim surfen lange zu behindern finde ich sehr gut.
Kinkon.de ist ein sehr junges Projekt daher sind die, auf der Seite angebotenen zusätzlichen Services wie z. B. die Community noch nicht wirklich den Aufpreis für die Premium-Mitgliedschaft wert. Es befinden sich beispielsweise noch keine Beiträge in den Foren.
Was den Preis angeht so kostet die Premium-Mitgliedschaft etwa so viel wie ein Premium Account beim Netzwerkportal Xing. Der Preis geht noch in Ordnung, ist aber meiner Meinung nach die obere Schmerzgrenze für Online Dienste. Die interaktive Verwaltung der Surfrechte für Kinder ist, in der Art wie Kinkon sie bietet, einzigartig und daher kostenseitig schwer vergleichbar. Software basierte Lösungen, beispielsweise von gängigen Anti-Virus Herstellern, inklusive Virenschutz kostet um die 50 €/Jahr und sind damit für ca. 20% weniger zu haben – jedoch ohne die Interaktivität.
Wem die Premium-Mitgliedschaft zu teuer ist, der fährt mit der kostenlosen Mitgliedschaft nicht viel schlechter. Die einzige, zurzeit nennenswerte, Einschränkung im Vergleich zur Premium-Mitgliedschaft sind die limitierten Lesezeichen (10 pro Kind) die freigegeben werden können. Ob ich mir jetzt mit anderen Kinkon-Nutzern Nachrichten schicken kann oder nicht, bzw. eine der aktuell noch leeren Foren ansehen kann, fällt für mich nicht ins Gewicht.
Kinkon.de ist seit Februar in der “Open-Beta“-Phase. Das heißt das an der Seite noch gearbeitet wird um die Funktionalitäten zu verbessern. Peter und sein Team freuen sich daher auf möglichst viele neue Anmeldungen die ihnen Feedback und mehr Erfahrung bringen. Ich würde mich freuen, wenn Dich mein Beitrag neugierig gemacht hat und Du Kinkon.de ausprobieren möchtest – wie gesagt, Du bekommst für 30 Tage einen Test-Premium Account und kannst Dich danach entscheiden.
Wenn Du irgendwelche Anregungen und Verbesserungsvorschläge hast, bzw. Dir irgendetwas auffällt, dass noch nicht funktioniert kannst Du eine Mail mit Deinen Erfahrungen an Peter (peter [@] kinkon.de) schicken.

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