OK, diese eine Sache verändert sich nach der Geburt doch drastisch…

Sex ist ein schwieriges Thema. Es ist wie Versicherungsbetrug und Steuerhinterziehung – alle tun (oder versuchen) es aber keiner mag darüber reden.

Im Dunstkreis des Entbindungstermins wehen im Schlafzimmer die Fahnen auf Halbmast und das Bett wird statt zum Bei- nur noch zum Nachtschlaf aufgesucht.

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Die Zeit der kalten Kissen beginnt oft einige Wochen vor der Entbindung. Der Babybauch Deiner Partnerin ist, neben anderen Körperteilen, so groß geworden, dass der Akt nicht mehr das ist was er sein sollte. Die Angst vieler Männer, dem Kind in diesem (oder irgendeinem anderen) Stadium der Schwangerschaft Schaden zuzufügen ist zwar in der Regel unbegründet – doch Spaß macht Sex jetzt nur noch bedingt.

Sex Sechs Wochen, nachdem die Frau niedergekommen ist, wird Enthaltsamkeit empfohlen. Ja richtig, sechs Wochen. Eventuell sogar länger, je nachdem wie die Entbindung gelaufen ist. Die Wunden, die die Geburt hinterlassen hat, müssen zunächst verheilen. Eine lange Zeit – sag jetzt nicht ich hätte Dich nicht rechtzeitig gewarnt?

Willkommen in Eurem neuen “Liebes”-Leben

Wenn Du jetzt vor dem Kalender sitzt und die Tage herunter zähltst, ein guter Rat von mir: hol Dir etwas Eis zur Abkühlung. Auch wenn die Wunden verheilt sind, heißt das noch nicht, dass es wieder rund geht.

Mit einem Neugeborenem im Haus ändert sich vieles. Es riecht nach einer Mischung aus Babybrei, Calendula und Stillstuhl. Du stolperst über Rasseln und in Deiner Küche sieht es, dank der Sterilisatoren, Thermoskannen und sonstigen Hilfsmittel, aus wie in Frankensteins Laboratorium. Elektrisierende Atmosphäre von knisternder Erotik sieht anders aus.

Die Betreuung Eures Neugeborenen ist harte Arbeit. Die Routine von füttern, wickeln und beruhigen entwickelt sich zu einem scheinbar niemals endend wollendem Strudel an undankbaren, anstrengenden Aufgaben, der Dich und Deine Frau an den Rande eines Nervenzusammenbruchs bringen kann. Lust auf Sex? Komm schon…, sicher nicht.

Und was ist mit Ihr? OK, Ihre Wunden sind verheilt aber die Hormone in ihrem Körper tanzen immer noch Zumba. Sie fühlt sich von der unglaublichen Verantwortung für das junge Leben überfordert und muss sich an ihre neuen Körperformungen gewöhnen. Die Tatsache, unlängst 7 Pfund Mensch aus Ihren Lenden gedrückt zu haben, lässt sie zudem nicht mit Lust an den Bereich unterhalb der Gürtellinie denken.

Auch wenn Du Dich wie der Vesuv fühlst, bereit Pompeji ein weiteres Mal zu zerstören, schalte einen Gang zurück. Hilf’ ihr und entlaste sie soweit Du kannst. Zeig Ihr, dass Du sie weiterhin mehr als Frau denn als Mutter wahrnimmst und dass sie die Geburt nicht weniger begehrenswert gemacht hat. Das funktioniert, besonders nach ein oder zwei Gläsern Prosecco.

Gelegenheit macht Liebe

Wenn Euer Sexleben vor der Geburt toll und erfüllend war, wird es das bestimmt auch nach der Geburt wieder werden. Gebt Euch etwas Zeit mit der neuen Situation klarzukommen. Seid zudem offen für Neues. Mit Kindern im Haus ist Sex nach der Geburt mit Sex vor der Geburt oft nicht zu vergleichen. Gelegenheit macht Diebe Liebe ist die neue Überschrift. Das Kind ist ruhig, ein tiefer Blick und los geht’s, egal wo und wie spät es ist. Warte nicht auf den “passenden” Moment, die passende Stimmung. Wer an seiner verklärten Vorstellung von Sex an romantischen Abenden mit Musik, Wein und stundenlanger Liebkosung in, von Rosenblättern bedeckten, Laken festhält wird bestenfalls zum Quartalskopulierer.

Expertenmeinung gefragt: Wie hast Du die enthaltsamen Wochen überstanden und den Weg zur postnatalen Erotik wiedergefunden?

 

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