Viele suchen zur Geburtsvorbereitung Tipps, was sie alles tun können. Welche Kurse besuchen wir, welche Hebamme ist wichtig. In diesem Artikel geht es um nichts von alle dem. Ich gebe Dir heute aber 5 Dinge mit, über die Ihr Euch jetzt – also vor der Geburt – einigen solltet.
Die klassische Geburtsvorbereitung zielt meist darauf ab, die Frau (manchmal auch den Mann) auf die Entbindung vorzubereiten. Ich möchte den Rahmen heute etwas weiter fassen und über die Geburtsvorbereitung zu zweit sprechen. Also über das, was Ihr beide tun könnt, um Euch auf die Zeit danach vorzubereiten.
Wir haben zwei wunderbare Kinder bekommen. Damit haben wir auch zwei Mal den ganzen Geburtszenober erlebt. Im Vorfeld auf die Geburten haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, wie unser Leben wohl laufen wird, wenn die Kinder auf der Welt sind. Natürlich ändert sich der Tag mit 2 Babies noch einmal drastisch anders als mit einem.
Und obwohl wir uns wirklich viel Gedanken gemacht haben, wissen wir heute, was wir anders machen würden. Das soll Thema in diesem Artikel sein. Es geht also nicht um die eigentliche Geburtsvorbereitung, dazu habe ich schon einiges geschrieben. Es geht um die Dinge, die Ihr für Euch regeln und auf die Ihr Euch einigen solltet, bevor das Kind da ist.
Warum jetzt?
Wenn es Euer erstes Kind ist, dann habt Ihr noch einen gechillten Alltag. Jetzt kannst Du Dir in Ruhe Gedanken machen und Dinge durchsprechen – mal sacken lassen und Entscheidungen treffen. Ist das Kind erstmal da, hast Du andere Dinge im Kopf. Vielleicht schläfst Du weniger – auf jeden Fall wirst Du nicht die Ruhe haben, Dir über Dinge fundiert eine Meinung zu bilden.
Der wichtigste aller Geburtsvorbereitungstipps – Entscheidungen, die Ihr gemeinsam treffen solltet
Ich habe Dir eine Liste von fünf wichtigen Entscheidungen zusammengestellt, die Ihr vorher gemeinsam treffen könnt. Dabei ist jede für sich wichtig – die Reihenfolge der Nennung sagt nichts über die Wichtigkeit aus.
Linktipp: Ich habe Angst vor der Geburt – soll ich dabei sein oder nicht?
Elternzeit
Wer geht – wann – in Elternzeit? Die Frage klingt erstmal leicht zu beantworten, enthält aber viele kleine Mikroentscheidungen, die gar nicht so mikro sind.
Oftmals liegt hier die fundamentale Entscheidung, wie Eure Familie aussehen wird. Eher klassisch, mit einem Ernährer und einem Partner, der zu Hause die Kinder versorgt. Oder eher modern, mit zwei Ernährern, geteilter Kinderbetreuung und Hausarbeit?

Auch stellt sich die Frage, wer bleibt länger zu Hause? Oft ist es so, dass die Frau beim Kind bleibt, während der Mann das kürzere Ende der Elternzeit in Anspruch nimmt. Passt das für Euch oder wäre es sinnvoller, wenn der Mann 10-12 Monate das Kind betreut und die Frau nach 2 Monaten wieder einsteigt?
Dabei sind nicht nur die Folgen für die nächsten Wochen und Monate zu berücksichtigen, sondern auch die Langzeitfolgen, wie etwa die Auswirkung auf die Rente.
Besuchszeiten nach der Geburt
Hast Du Dir mit Deiner Frau schon Gedanken darüber gemacht, wer Euch wann besuchen kommen sollte und wann Ihr lieber keinen Besuch hättet?
Klingt komisch, ist aber super wichtig.
Warum? Die ersten 1-2 Tage im Krankenhaus ist Besuch nett. Alle kommen, wollen das Baby sehen. Kein Ding, denn Ihr habt viel Hilfe um Euch herum. Die Krankenschwestern schauen, dass es Frau und Kind gut geht. Sie bringen das Kind zum Stillen und wickeln es teilweise sogar.
Zuhause seid Ihr auf Euch gestellt. Auf einmal müsst Ihr alles selber machen und seit vor allem mit den vielen Fragen und Unsicherheiten alleine. Da kann Besuch, wenn er unkoordiniert einfach mal vorbeikommt, ganz schön nerven.
Besser Ihr überlegt Euch vorher, wie viel Besuch Ihr pro Woche haben wollt. Vielleicht jeden zweiten Tag? Lieber nur am Wochenende?
Wenn Ihr noch nicht einschätzen könnt, was Ihr Euch zumuten möchtet, nimm erstmal 80% von dem, was Dir spontan einfällt. Mehr Besuch einladen ist leichter als Besuch auszuladen. Und damit sind wir beim nächsten, wichtigen Punkt.

Kommuniziert diese Zeiten und Wünsche ganz offen mit der Familie und den Freunden. So können sie und Ihr Euch besser darauf einstellen. Und noch ein Expertentipp:
Spannt Euren Besuch ein. Klar, der Besuch möchte das Baby sehen. Wer sagt denn aber, dass vor oder nach dem Besuch nicht noch Zeit für etwas Hilfe übrig ist? Vielleicht schnell bei der Erledigung der Einkäufe helfen? Die Wohnung gemeinsam auf Vordermann bringen? Getreu dem Motto viele Hände, schnelles Ende.
Wer übernimmt die Nachtschicht?
Dein Baby hat in der nächsten Zeit erstmal noch keinen geregelten Tag-/ Nacht Rhythmus. Es wird also nachts regelmäßig wach, um zu trinken und/oder die Windel gewechselt zu bekommen.
Stimmt Euch ab wer, was übernehmen kann. Stillen wird Dir als Mann eher schwer fallen aber Du könntest das Wechseln der Windeln übernehmen oder das Tragen des Babies, damit es wieder einschläft.
Die Frage der Nachtschicht wird natürlich auch von der Entscheidung beeinflusst sein, wer zu Hause bleibt.

Aufgabenverteilung – wer macht was im Haushalt
Neben der Tatsache, dass Du nun Papa bist, geht Euer Leben ganz normal weiter. Die Wohnung will geputzt, das Essen gekocht, die Wäsche gewaschen und die Einkäufe erledigt werden.
Wahrscheinlich müssen Deine Frau und Du an der bisherigen Regelung etwas nachjustieren, damit es auch mit Baby funktioniert.
Linktipp: 13 Fakten über das Stillen für Männer
Überlegt Euch also wer, welche Aufgaben künftig übernehmen kann, möchte oder soll und einigt Euch darauf. Wichtig ist hierbei, dass es für beide klar ist, wie die Regelung aussieht. Nichts ist schlimmer als wenn es zwischen den Erwartungshaltungen Unterschiede gibt.

Klärung der Schlafzimmersituation
Nein, damit meine ich nicht Euer Sexleben nach der Geburt (wobei das auch ein wichtiges Thema ist). Es geht darum zu entscheiden wie und wo Ihr mit dem Baby schlafen werdet.
Was auch wie eine einfache Entscheidung klingt, bringt einiges an Überlegungen mit. Soll Dein Kind alleine schlafen oder bei Euch? Familienbett oder eigene Bett? Wie verhaltet Ihr Euch, wenn es nachts schreit – bleibt es in seinem Bett oder kommt es dann zu Euch?
Ob ein Familienbett besser ist oder, darüber streiten Experten und Wissenschaftler noch. Hier ist Dein Bauchgefühlt gefragt.
Du weißt nicht, was Du nicht weißt
Das waren fünf der wichtigen Bereich, über die Du Dir mit Deiner Frau Gedanken machen und Entscheidungen treffen solltest.
Heißt das, dass Du an diesen Entscheidungen fest halten wirst, bis Dein Kind das Babyalter verlässt. Vermutlich nicht.
Das ist die größte Erfahrung, die wir gemacht haben. Wenig ist planbar, nichts vorhersehbar.

Es ist aber einer großer Vorteil, sich im Vorfeld Gedanken zu einigen Themen gemacht zu haben. Auf der einen Seite weil es leichter ist einen Kurs zu korrigieren, als ihn für sich ganz neu zu finden. Und auf der anderen Seite hilft es Streitigkeiten zu vermeiden, die über einige Themen in Stresssituationen (ein Baby zu haben ist zuweilen eine Stresssituation) schnell aufkommen.
Und jetzt??
Ich habe fünf Bereiche, die ich Dir ans Herz legen möchte. Gleichzeitig bin ich aber auch super gespannt, welche Gedanken und Erfahrungen Du gemacht hast.
Welche der fünf findest Du am wichtigsten?
Freue mich, wenn Du mir Deinen Kommentar da lässt.
Kennst Du jemanden der gerade in einer Phase ist wo er Geburtsvorbereitungstipps gut gebrauchen kann? Dann teile diesen Artikel doch mit ihm.