Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Vater zu werden? Darum geht es in diesem Artikel. Und fast jeder Mann stellt sich diese Frage. Wir wollen in diesem Alter die Vor- und Nachteile der verschiedener „Altersklassen“ beleuchten. Außerdem überlegen wir, ob vielleicht mit der Frage etwas grundsätzlich nicht stimmt.
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Was ist das ideale Alter um Vater zu werden
Diese Frage stellen sich viele Männer.
Interessant ist, das sich vor allem Männer mit der Zeitpunktfrage beschäftigen. Frauen haben darauf irgendwie immer eine Antwort für sich selbst.
Ich bin da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Hätte meine Frau nicht das Zepter in in die Hand genommen und gesagt „ich nehme noch diese Packung Pillen auf und dann war es das“ würden mir wahrscheinlich heute noch tausend gute Gründe einfallen, warum es jetzt gerade gar nicht geht.
Wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt Vater zu werden?
Die Deutschen sind sich einig. Einer Umfrage zufolge meinen 86%, dass der geeignete Zeitpunkt dann ist, wenn beide sich ein Kind wünschen.

Dann wissen wir ja jetzt Beschied, oder?
3 mögliche Vorraussetzungen dafür Kinder zu bekommen
Ganz ehrlich, das sagt mir nichts. Deshalb möchte ich mir das etwas genauer ansehen. Dafür habe ich mir ein paar landläufige Thesen vorgenommen, die zum Thema richtiger Zeitpunkt kursieren.
… wenn beide sich reif fühlen
Hast Du Dich reif gefühlt ins Berufsleben zu starten? Oder als Du Deinen Führerschein in der Hand hattest, hast Du dich da reif gefühlt jetzt ohne Fahrlehrer hinters Steuer zu steigen und auf eigene Faust loszufahren?
Sich reif zu fühlen halte ich für eine ungünstige Vorraussetzung. Sie ist zu subjektiv. An einem Tag fühlst Du Dich reif, an anderen Tagen wieder nicht. Was dann?
… wenn man den richtigen Partner hat
Gut, das ist schon etwas handfester. Habe ich eine Partnerin mit der ich mich wohl fühle, die ich liebe, bin ich eher bereit mich auf das Abenteuer Kinder einzulassen. Anders noch, ohne eine solide Beziehung, würde ich nicht einmal im Traum daran denken Kinder in die Welt zusetzen.
Wenn Du auf ein garantiertes Kriterium wartest, mit dem Du entscheiden kannst ob Du bereit bist, dann müssen wir wohl noch weiter suchen.
Denn selbst wenn Du die Partnerin fürs Leben gefunden hast, ist das noch keine Garantie. Ein Kind verändert Euer Leben und Eure Beziehung. Was in der Zeit vor dem Kind funktioniert hat, kann mit Kind ganz anders aussehen.
… einer der Partner hat eine beruflich sichere Position
Wenn einer von Euch beruflich fest im Sattel sitzt, dann ist das sicher eine wichtige Komponente. Wenn Ihr ein festes Einkommen habt, mit dem Ihr gut über die Runden kommt, trifft sich die Entscheidung für ein Kind leichter.
Dabei geht es weniger um die Frage ob Ihr Euch ein Kind leisten könnt, sondern vielmehr ob Ihr es Euch leisten wollt. Wenn das vorhandene Geld für eine Person mehr reichen soll, müssen die eigenen Ansprüche eventuell verändert werden.
Wenn Ihr beide in Lohn und Brot steht und gutes Geld nach Hause bringt, ist die Entscheidung von dieser Seite einfacher zu treffen. Hier stellt sich dann vielmehr die Frage wer beruflich zurücksteckt.
Linktipp: Können wir uns Kinder leisten? Ein Rechenbeispiel.
Diese Frage kann ordentlich Zündstoff für die Beziehung bereit halten. Zum Beispiel wenn sich beide beruflich verwirklichen wollen. Ein vernünftiges und funktionierendes Betreuungskonzept ist in diesem Fall unerlässlich.

Linktipp: Zweites Kind, ja oder nein? Was auf jeden Fall anders ist
Irgendwas ist immer
Warum schieben Männer das Thema Kinder kriegen eigentlich viel häufiger vor sich her als Frauen?
Meine Theorie ist, dass wir uns mit der Entscheidung mehr Zeit lassen, weil wir es können. Das klingt ziemlich nach Macho, es ist aber wissenschaftlich erwiesen, dass Männer sich länger fortpflanzen können als Frauen. Wahrscheinlich müssen Frauen einen Plan haben während Männer es auf sich zu kommen lassen können.
Aber nur weil wir auch im fortgeschrittenen Alter noch Kinder produzieren können heißt es nicht, dass das unbedingt erstrebenswert ist.
Wie bei allem, so hat auch beim Vatersein jede Lebensphase seine Vor- und Nachteile.
Vater werden mit 20
Vorteile: Vater in den 20ern zu werden hat den Mega Vorteil, dass Du super fit bist und die schlaflosen Nächte prima wegstecken kannst. Das Tolle ist, dass Du immer ein junger Papa sein wirst.
Nachteile: Die Schattenseite des jungen Vaterseins ist, dass Du beruflich gerade noch am Anfang stehst. Das heißt, Du möchtest noch viel Zeit in die Arbeit investieren. Dein Verdienst ist üblicherweise noch nicht so üppig und viel Geld konntest Du auch noch nicht auf die hohe Kante packen. Vielleicht hast Du noch andere Prioritäten und möchtest Dich ausleben. Dann fällt es schwerer sich durch ein Kind einschränken zu lassen.
Vater werden mit 30
Vorteile: In den 30ern stehst Du schon gut im Leben. Beruflich angekommen, finanziell fortgeschritten, vielleicht schon mit einem eigenen Häuschen hast Du schon viel erreicht. Du hast schon einiges erlebt und möchtest die nächste Stufe nehmen.
Nachteile: Im Job geht es gerade heiß her. Jetzt werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Durch den Job hast Du weniger Zeit für Hobbies und Dich selbst. Eigentlich hast Du gar keine Zeit für ein Kind.
Vater werden mit 40
Vorteile: In den 40ern bist Du schon weit gekommen. Finanziell geht es Dir gut. Du hast schon so vieles erlebt und Dir die Hörner abgestoßen. Jetzt hast Du die Zeit und Erfahrung Deinem Kind ein guter Vater zu sein.
Nachteile: In den 40ern fangen nicht selten die ersten Zipperlein an. Die Bandscheibe zwickt, das Knie knackt. Dein Kind mehrere Stunden herumzutragen wird zur Belastungsprobe. Auch der Schlafentzug nimmt Dich ganz schön mit. Du bist stark verkopft, denkst ständig darüber nach was wohl passieren könnte, bist übervorsichtig und unentspannt.
Vater werden mit 50
Vorteile: In Deinen 50ern erlebst Du Deinen zweiten Frühling. Nicht selten hast Du schon ein Kind mit Deiner früheren Partnerin. Jetzt hast Du die Zeit, Dich so um Dein Kind zu kümmern, wie Du es vielleicht mit 30 nicht konntest. Dein Kind steht voll im Fokus. Da Du schon viele Ziele in Deinem Leben erreicht hast, kannst Du Dich ganz auf das Vatersein konzentrieren.
Nachteile: Die Anstrengungen des Vaterseins schlagen bei Dir deutlich stärker durch. Und das wird sicher nicht besser. Wenn Dein Kind 18 ist, gehst Du stramm auf die 70 zu. Dein Kind wird nicht mehr so viel von Dir haben, wie von einem jüngeren Papa.

Welches Alter ist denn nun das Richtige?
Fragen wir noch einmal die Deutschen, so kommen interessante Ergebnisse heraus.
- 22,8% halten 20–25 Jahre für das ideale Alter Vater zu werden
- 47,3% denken es ist gut mit 25–30 Jahren ein Kind zu bekommen
- 16,2% halten das Alter von 30–35 Jahren für am besten geeignet eine Familie zu gründen
- nur 1% denkt 40+ wäre ein gutes Alter
Dabei finde ich besonders interessant wie groß die Kluft zwischen dem Ideal in den Köpfen und der gelebten Realität ist. Obwohl nur 17,2 % finden, dass es ideal ist im Alter von über 30 Jahren Vater zu werden, bekommen die meisten Deutschen erst mit 30 Kinder.
Im Durchschnitt sind Eltern 29,3 Jahre, wenn sie das erste Kind bekommen. Beim 2. dann schon 31,7, beim 3. 33 und beim 4. im Schnitt 34,2 Jahre alt.
Linktipp: Vater mit 50 oder mit 25? Ein Erfahrungsbericht.
Einfach machen
Ich denke, wir können das Fazit ziehen, dass es den Zeitpunkt nicht gibt.
Ich habe neulich ein Zitat eines Unternehmers gelesen der geschrieben hat:
Wenn Du Dir sicher bist, hast Du zu lange gewartet.
Manche Dinge musst Du einfach machen, auch wenn Du Dich noch nicht sicher fühlst.
Die Parallele zur Geschäftswelt ist hier, glaube ich, ganz passend. Ein Unternehmer, der den idealen Zeitpunkt abpassen möchte sein Unternehmen zu gründen oder sein Produkt zu lauschen, wird es niemals umsetzen.
Wenn wir uns als Väter etwas von Unternehmern abschauen wollen, dann einfach zu machen, die Herausforderungen nehmen wie sie kommen und an ihnen wachsen.
Und jetzt
Du siehst schon, irgendwas ist immer und den Zeitpunkt gibt es nicht.
Wenn Deine Partnerin und Du ein gemeinsames Kind haben wollt, dann macht einfach. Der Rest ergibt sich schon.
Ihr könnt gar nicht so viel falsch machen. Ein Kind das gewollt ist und daher geliebt wird, ist immer glücklich.
Also – einfach mal machen.
Sorry ! Bloß nicht diesen Schwachsinn lesen
typischer Internet Angst Macher !!!
Die Belastung durch ein kleines Kind, schlaflose Nächte, Kindergeschrei etc steckt ein Mann Ende 30 oder gar noch älter im Gegensatz zu einem Mann Anfang/Mitte 20 natürlich auch nicht mehr einfach weg. Auch ist ein Mann mit 40 deutlich weniger beweglich und deutlich schneller angestrengt als ein Mann in den 20ern.
Zudem riskiert ein älterer Mann, dass das Kind vermutlich früh den Vater verlieren wird.
Danke Conrad.
Bin grundsätzlich bei Dir und die Entscheidung für ein Kind und den Zeitpunkt ist hoch persönlich und individuell.
Wichtig ist aber, dass man sich bei der Entscheidung über ein paar Rahmendaten im klaren ist. Zum einen wird es biologisch gesehen nicht leichter im höheren Alter ein Kind zu bekommen. Ab 35 gelten Schwangerschaften als „Risikoschwangerschaft“.
Zudem steckt man sicherlich mit 40 die nervlichen Belastungen und den Schlafentzug nicht mehr so gut weg wie mit 25. Sehe das gerade an einem Freund, der mit 40 Papa geworden ist.
Es gibt eben nicht das perfekte bzw optimale Alter um Papa werden. Ich möchte jetzt noch nicht Kinder aber später so um die 40 rum.
Wer meint das wäre zu spät soll so denken. Jedem das seine.
Wie bereits gesagt
Wenn beide Partner einigermaßen intelligent sind und den gesunden Menschenverstand walten lassen, dann können diese Personen locker ein, zwei Kinder groß ziehen.
Und das hat nichts mit dem Alter zu tun.
Wow, 21 ist heutzutage ja wirklich mega jung. Danke für Deinen Kommentar.
Ich bin mit 21Jahren Vater geworden, und es war das beste, schönste, und nachhaltigste Geschenk, was ich mir selber machen konnte.
Es kam nicht einmal der Zeitpunkt, wo ich diese Entscheidung überhaupt jemals in Frage gestellt hätte!
Ich würde es jederzeit und immer wieder so machen!
Hi Flo
guter Punkt. Bei uns hat es auch weit über ein Jahr gedauert (wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben).
Danke für die Anmerkung.
Man(n) sollte auch bedenken, dass eine erfolgreiche Schwangerschaft auch nie so planbar ist. Wir haben unter30 mit dem Babywunsch angefangen und geklappt hat es erst Ü31.
Meine Frau und ich haben aus unserem Kinderwunsch keine großartige Wissenschaft gemacht. Aber ich denke, dass man sich unterbewusst doch mit so ziemlichen allen Punkten beschäftigt, die du in deinem Beitrag angesprochen hast.
Die Entscheidung, noch die Pillen-Packung zuende zu nehmen, kam in unserem Fall übrigens von uns beiden 🙂 Denn ich hab mich „damals“ schon tierisch auf ein Kind gefreut.
Hallo Thomas,
im Nachhinein betrachtet denke ich (auch), dass man(n) sich nicht zu viele Gedanken machen sollte, wann der richtige Zeitpunkt da ist, Vater zu werden. Zudem kommt dann noch die „Hürde“, es tatsächlich auch zu werden, was biologisch zwar relativ einfach ist, aber in der Praxis doch recht schwierig werden kann.
Wenn beide Partner einigermaßen intelligent sind und den gesunden Menschenverstand walten lassen, dann können diese Personen locker ein, zwei Kinder groß ziehen.
Viele Grüße
Axel
Einer der Hauptgründe, nicht über 40 noch Vater zu werden, sind die massiven Risiken, die mit einer so späten Vaterschaft einhergehen.
Zum einen ist es deutlich unwahrscheinlicher, dass es überhaupt noch klappt. Sollte es klappen, erhöht das Alter des Vaters massiv die Risiken für Komplikationen während der Schwangerschaft, zB für Fehlgeburten und Schwangerschaftsdiabetes bei der Mutter (welche wiederum das Risiko für einen späteren Typ 2 Diabetes erhöht).
Zudem steigen die Risiken für das Kind schon deutlich, wenn der Mann 30 wird. Ab 35 noch mal mehr und mit 40 noch stärker.
Ein Kind eines so alten Vaters hat massiv erhöhte Risiken für Herzfehler, Down-Syndrom und andere Chromosomenaberrationen, Erkrankungen des Skelettsystems, schwere psychische Erkrankungen wie Depressionen und Schizophrenie, uvm.
Diverse Risiken wie das deutlich erhöhte Risiko für schwere psychische Erkrankungen bleiben auch nach der Geburt bestehen. Selbst sollte also ein scheinbar gesundes Kind zur Welt kommen, hat es auch nach 20 oder 40 Jahren noch ein deutlich erhöhtes Risiko schwer zu erkranken.
Das sollte kein Mann einem Kind antun.